Hier wird nicht nur geredet, sondern gehandelt“

Das soziale Projekt „brotZeit“ gibt über 8.000 bedürftigen Kindern in 200 Schulen täglich ein kostenloses Frühstück und weitere Hilfe. Die Gründerin und Schauspielerin Uschi Glas, der frühere Fußballprofi und Stifter Christoph Metzelder sowie der Reeder Mad Dabelstein erzählen weshalb Ihnen „brotZeit“ wichtig ist und wie sie sich in das Projekt einbringen.

 

Uschi Glas

Auslöser für brotZeit war eine Radiosendung, in der ich gehört hatte, dass es allein in München über 3.000 massiv hungernde Grundschulkinder gibt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass in einer so reichen Stadt eine solche Not existiert. Der Unternehmensberater Dieter Hermann, der Rechtsanwalt Harald Moser und ich haben dann beschlossen, brotZeit zu gründen und den Kindern jeden Tag ein Frühstück anzubieten. Die Kinder kommen eine halbe Stunde früher zur Schule, finden einen Raum vor, in dem das Frühstück vorbereitet ist und dann können sie zusammen mit ihren Kameraden frühstücken. Im Februar 2009 haben wir in München mit vier Schulen begonnen. Dann ging es rasant voran. Wir sind nach Berlin, Hamburg, Leipzig, Duisburg, Nürnberg und Salzgitter gegangen und haben dort brotZeit etabliert. Demnächst fangen wir in Frankfurt und Dresden mit jeweils 20 Schulen an. Momentan helfen wir über 8.000 Kindern in 200 Schulen mit Essen und Förderung. Wir decken damit rund 10 Prozent der bedürftigen Schulen ab. Unser größter Spender ist Lidl. Das Unternehmen hat uns im vergangenen Schuljahr 400 Tonnen frische Lebensmittel kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Schulen bestellen alle 14 Tage Online die Anlieferungen. Wir organisieren den Transport mit Kühlfahrzeugen. Das Herzstück des Projektes sind unsere Senioren und Seniorinnen. Sie machen die Arbeit, schmieren die Brötchen, fördern die Kinder, sind gerne für alle da. Das ist ein besonderes Geschenk, denn die Kinder lieben ihre Senioren. Und die Senioren freuen sich darüber, dass sie wieder eine Aufgabe haben und gebraucht werden. Sie sind täglich um 6.30 Uhr in der Schule und erhalten für ihren Einsatz einen kleinen Betrag, den auch sie gut gebrauchen können. Wir freuen uns sehr über Spenden von Firmen und Privatleuten. Eine Schule kostet uns pro Jahr rund 9.000 Euro. Damit benötigen wir momentan ungefähr 3 Millionen Euro jährlich.

 

Christoph Metzelder

Die Christoph Metzelder Stiftung (Training fürs Leben) ist nicht operativ tätig, das heisst, wir führen keine eigenen Projekte mit eigenem Personal durch. Deswegen suchen wir nach bestehenden Projekten, vor allen Dingen Stadtteileinrichtungen, die wir dann finanziell und mit unserem Netzwerk unterstützen. Auf den brotZeit e.V. und die tolle Arbeit von Uschi Glas und Dieter Hermann bin ich durch Judith Dommermuth aufmerksam gemacht worden, die als Vorstandsmitglied von „Ein Herz für Kinder“ dieses einzigartige Projekt seit Jahren begleitet hat. Durch unsere gemeinsame Unterstützung tragen wir mittlerweile die Verwaltungskosten von brotZeit und bringen uns darüber hinaus auch in die Vorstandsarbeit des Vereins ein. Ganz besonders herausheben möchte ich aber das Engagement von Uschi Glas! Wie sie das Projekt lebt, vorantreibt und sich einbringt ist außergewöhnlich. Ich bewege mich seit 11 Jahren in der Kinder und Jugendarbeit und habe in der Zeit viele unterschiedliche und tolle Projekte kennengelernt. brotZeit e.V. ist einzigartig! Nicht nur, weil er aus einer privaten Initiative entstanden ist, sondern weil dieser Verein wie ein kleines Sozialunternehmen aufgebaut ist. Viel zu viele Kinder in unserem Land gehen morgens ohne Frühstück zur Schule und das aus unterschiedlichen Gründen. Diesen Mangel finden wir in allen Regionen und Städten und damit an etlichen Schulen vor. Das Schöne an brotZeit ist der generationsübergreifende Ansatz. Aktive Senioren bereiten das Frühstück für die Kinder vor. Am Nachmittag bekommen die Mädchen und Jungen dann auch noch in Zeit-Projekten Hilfe bei den Hausaufgaben, zusätzlichen Deutschunterricht oder Sport- und Schachangebote. Und das alles in einer Struktur, die es brotZeit ermöglicht, dieses Angebot über Förderregionen und mit starken Partnern aus der Wirtschaft und den nötigen Spenden fast unbegrenzt zu skalieren. Deswegen begleiten mittlerweile einige Unternehmen und Unternehmer dieses Projekt. Dazu zählt auch Mad Dabelstein, der mich und die Arbeit meiner Stiftung seit über 10 Jahren begleitet. Durch diese Zusammenarbeit ist eine Freundschaft entstanden. Mad bringt Menschen zusammen und ist wie ich auch ein Überzeugungstäter! Neben den finanziellen Zuwendungen setzt er sich immer auch inhaltlich mit den Projekten auseinander und schafft es, auch andere Menschen dafür zu begeistern. Diese Leidenschaft und das soziale Engagement sind damit auch Teil seiner Unternehmensphilosophie und der Marke MarConsult.

 

Mad Dabelstein

Ich engagiere mich sehr gerne für ein Projekt wie brotZeit, weil es unsere Gesellschaft stabilisiert und soziale Not lindert. Wir alle haben einmal eine Chance bekommen und sollten nun dazu beitragen auch anderen Menschen diese Chance zu geben. Auf brotZeit bin ich durch mein Engagement bei der Christoph Metzelder Stiftung aufmerksam geworden. Nachdem ich von der Initiatorin von brotZeit, Uschi Glas, erfuhr, wie viele Kinder ohne Frühstück in die Schule gehen und auch in den schulischen Einrichtungen kein Frühstück erhalten, war ich sofort bereit mich für brotZeit zu engagieren. Das mangelnde Frühstück hat einen erheblichen Einfluss auf das Lernverhalten und die Noten der Kinder und beeinträchtigt somit die zukünftige berufliche Ausrichtung. Im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld gibt es immer weniger gut ausgebildete Menschen. Daher sollten wir unbedingt den Kindern helfen, die von zuhause nicht die nötige Unterstützung erhalten. Unternehmen wie Lidl helfen brotZeit mit Lebensmitteln, Logistik und Geld. Über meine Mitgliedschaft im Business Club Hamburg habe ich gemeinsam mit dem Geschäftsführer des BCH, Peter Stoffel, die Initiative Unternehmer für Hamburg ins Leben gerufen und damit fortan über die Christoph Metzelder Stiftung eine weitere finanzielle Unterstützung von brotZeit erreicht. Ich selber habe eine Patenschaft für eine Schule übernommen und stelle mit meinem Beitrag sicher, dass die betreffende Schule für die kommenden drei Jahre die erforderliche finanzielle Unterstützung erhält. So können Unternehmen oder Einzelpersonen ebenfalls Patenschaften für Schulen übernehmen, wobei auch kleinere Spenden zur Sicherung des unterstützenswerten Projektes brotZeit beitragen. Für mich ist entscheidend, dass nicht nur geredet, sondern tatsächlich gehandelt wird. Das gute Gefühl wird nochmals dadurch unterstrichen, dass ich vor Ort nachvollziehen kann, was mit dem Geld passiert.

 

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Aufgezeichnet von Andreas Nölting

www.noeltingmedia.com