Scrubber für den Umweltschutz -Warum unsere Meinung abweicht

In dieser Unterredung spricht die Geschäftsführung der Reederei MC-Schiffahrt über die wichtigsten Fragen rund um das Thema Scrubber und Ihrer Maßnahmen hinsichtlich dieser Thematik.

 

Frage: Schadstoffausstoß und Umweltbelastung ist auch für die Schifffahrt und somit auch für Ihre Reederei ein bedeutendes Thema. Was tun Sie also gegen den Schadstoffausstoß Ihrer Schiffe?

Antwort: Wir sind ständig dabei, den Brennstoffverbrauch unserer Schiffe zu optimieren. Unsere Containerschiffe verbrauchen bis zu 30% weniger Brennstoff als vergleichbare Schiffe, nur durch das Design. Zusätzlich setzen wir dem Brennstoff bei jeder Brennstoffübernahme Additive zu, um den Verbrennungsvorgang im Motor zu optimieren. Wir versuchen immer mit unseren Schiffen die optimale Geschwindigkeit zu fahren, um auch dadurch den Verbrauch so gering wie möglich zu halten. Die Verbräuche der Schiffe werden ständig überwacht, wenn negative Abweichungen bemerkt werden, wird schnellstmöglich Abhilfe geschafft.

 

Frage: Was sind Scrubber? Ist das heutzutage die beste Entwicklung gegen Schadstoffausstoß?

Antwort: Ein Scrubber ist eine Anlage, die den Abgasen der Motoren die Schwefeloxyde entzieht.

Ab dem 1. Januar 2020 müssen gemäß der Regelung der IMO (International Maritime Organisation) alle Schiffe auf See Schiffskraftstoff mit einem maximalen Schwefelanteil von 0,5% (derzeit erlaubt: 3,5%) verwenden, oder eben ihre Abgase von den Schwefeloxyden befreien.

Jedoch befreien Scrubber die Abgase nur von den Schwefeloxyden, nicht aber von all den anderen Schadstoffen, wie z.B. CO² und NOx, die sich noch in den Abgasen befinden. Dadurch ist ein Scrubber der heutigen Bauweise nur eine Teillösung.

 

Frage: Haben Ihre Schiffe Scrubber?

Antwort: Nein, unsere Schiffe haben keine Scrubber und wir werden wohl auch keine nachrüsten. Wir sind von der Technologie nicht überzeugt und überdies ist uns nicht klar, wie die Entsorgung der anfallenden Rückstände umgesetzt werden soll. Bei den Scrubbern, die mit Seewasser arbeiten, wird das Abwasser „aufbereitet“ wieder ins Meer zurückgeführt. Dieses Zurückführen wird bereits jetzt von mehreren Staaten in deren Gewässern verboten. Auch wir halten es für sehr fraglich, die Belastung einfach aus der Luft ins Wasser zu verlagern, oder bei geschlossenem System die angefallenen Rückstände irgendwo an Land zu entsorgen. Wir halten es vielmehr für sinnvoll, einen einheitlichen Brennstoff herzustellen, der alle künftigen Anforderungen erfüllt. Insofern setzen wir bereits jetzt darauf den schwefelreduzierten, aber auch teureren Brennstoff zu verwenden, da damit die sehr kosten- und zeitintensive Installation des umstrittenen Scrubber entfällt.

 

Frage: Sind Scrubber eher dafür gemacht, um eine kurzfristige Befriedigung zu schaffen?

Antwort: Unserer Meinung nach ja, weil der Einsatz von Scrubbern noch nicht zu Ende gedacht ist. Es müssen Alternativen her, die den gesamten Schadstoffausstoß verringern. Wir sind überzeugt davon, dass die Mehrheit der Reedereien unserer These folgen wird, nach der die Verbrennung des teureren, schwefelreduzierten Brennstoffs kurzfristig zu einer entsprechenden Entlastung des Schadstoffausstoßes führt und somit die Nachfrage nach diesem Brennstoff steigt. Damit wäre die bereits angesprochene kosten- und zeitintensive Installation eines Scrubbers nicht erforderlich, da das Angebot von schwefelreduziertem Brennstoff steigen und der Preis für diesen Brennstoff entsprechend fallen wird.

 

Frage: Warum ist der Straßen- und Luftverkehr weniger schädlich als die Containerschifffahrt?

Antwort: In der Schifffahrt werden seit jeher Diesel bzw, Schweröl als Treibstoffe genutzt. Katalysatoren und/oder Rußpartikelfilter, wie im Automobil, lassen sich nicht ohne weiteres installieren und sind im Falle einer Installation, mit erheblichen Kosten verbunden. Die Verbrauchermentalität, nach der alle Güter möglichst kurzfristig verfügbar sein müssen und nichts kosten dürfen, hat einen entscheidenden Einfluss auf Frachtraten. Für die Installation von Abgasreinigungssystemen, auch dem hier erwähnten Scrubber, muss seitens der Reedereien erheblich Zeit und Geld aufgewendet werden. Der damit verbundene Zeitausfall muss anschließend durch höhere Frachtraten genauso vergütet werden, wie die ausgesendeten Kosten für den Scrubber. Am Ende muss dies der Verbraucher durch Aufschläge bezahlen, die die Linienreedereien auf den Transport der Container erheben werden. Die viel beschriebene „Geiz ist geil“ Mentalität verträgt sich nicht mit den seitens der Umwelt gestellten Anforderungen.

Unabhängig hiervon ist das Schiff im Verhältnis aber immer noch das umweltfreundlichste Transportmittel. Denn Schadstoffausstoß und Treibstoffverbrauch sind bezogen auf die transportierten Mengen an Ladung, sehr günstig. Mit keinem Transportmittel kann so viel Ladung in so kurzer Zeit über weite Distanzen transportiert werden, wie mit dem Schiff.

 

Frage: Kommt das Thema „Schadstoffe“ jetzt verstärkt auf?

Antwort: Das Thema Schadstoffausstoß wird in den Medien vielfach falsch dargestellt. Verschiedentlich in jüngster Zeit veröffentlichte Berichte belegen, dass z.B. der immer wieder bemängelte CO2-Ausstoß, der weltweit nur in Deutschland zum Dieselfahrverbot geführt hat, inhaltlich nicht korrekt dargestellt wird. Falsche Messungen führen zu manipulierten Ergebnissen, die den Verbraucher falsch informieren. Die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer die Automobilindustrie zerstörenden Vorgehensweise scheint eigene Ziele zu verfolgen und ist offensichtlich nicht daran interessiert, objektiv zu berichten. Die viel gepriesene E-Mobilität wird hierbei ebenso falsch dargestellt. Auch hier wird der Verbraucher unzureichend informiert, den E-Mobilität ist bei näherer Betrachtung alles andere als umweltfreundlich.